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Pensionierung von Ch. Zuberbühler und G. Weder - Juli 2025

Auf Ende Schuljahr 2024/25 wurden 2 Lehrkräfte in die Pension verabschiedet. Mit Christian Zuberbühler und Gerda Weder verlassen 2 langjährige Lehrpersonen die OSReMa. 

In einem würdigen Rahmen wurden sie bei einem gemeinsamen Frühstück von den Lehrkräften verabschiedet und anschliessend von den SuS ins Schulzimmer begleitet. Am Freitagnachmittag wurden sie zusätzlich vor versammelter Schüler- und Lehrerschaft gewürdigt.

Christian Zuberbühler

«Weisst du, was ein Geodreieck ist?»

«Wer diese Frage schon einmal gehört hat, war ziemlich sicher im Unterricht von Herrn Zuberbühler. Und wer ihn kennt, weiss auch: Solange man ihm zuhört, ihn nicht ärgert und sich nicht an kleinen Zeitverzögerungen stört, darf man sich auf spannende Geschichten, spontane Abenteuer – und mit etwas Glück – auf ein Brügeli freuen.

Unser Zubi war nie einfach nur Lehrer. Er war Piaggio-Pilot mit Kultstatus, Mullet-Träger (für ältere Jahrgänge: «VoKuHiLa»), Barfussläufer mit den robustesten Füssen der ganzen Schule. Seine Frisur verriet mehr über seinen Morgen als jeder Stundenplan – und wenn er mal wieder Namen vertauschte oder eine Lektion vergass, war das für uns schlicht: «typisch Zubi».

Man hörte ihn oft schon, bevor man ihn sah: das knatternde Heranbrausen seines treuen Piaggios kündigte ihn aus sicherer Entfernung an – halb Lehrkraft, halb Donnergrollen auf drei Rädern. Wer den Sound kannte, wusste: Jetzt ist Zubi im Anflug. 

Und wer ihn durchs Schulhaus laufen sah, mit einem entschlossen gekreuzten Finger in der Luft, wusste ebenfalls: Zubi merkt sich gerade etwas. Statt Zettel oder Handy vertraute seinem eigenen Gedächtnissystem – ein gekreuzter Finger als mentale Notiz vom Lehrerzimmer bis ins Schulzimmer. Nur leider kam dazwischen oft das pralle Leben – und so folgte regelmässig die Frage: „Was wollte ich jetzt schon wieder?!“ 

Seine Tierliebe – besonders zu seinen geliebten Bisons – und seine Faszination für das Aussergewöhnliche machten ihn unverwechselbar.

Es konnte schon mal etwas durchs Schulzimmer fliegen, aber genauso gut folgte darauf ein Lächeln, eine Geschichte oder – wenn’s passte – ein kurzer Mittagsschlaf. Mit Zubi war Schule nie langweilig.

Und wer ihn etwas besser kannte, wusste auch: Hinter all dem Witz und der Spontaneität steckt ein grosses Herz – für seine Schülerinnen und Schüler, seine Kolleginnen und Kollegen und für alles, was er mit Überzeugung tat.

Seit 1996 war Zubi in Rebstein-Marbach tätig – ein Glücksfall für die Schule und, wie viele finden, auch für die Schülerinnen und Schüler. Begonnen hat seine Laufbahn 1988 mit dem Abschluss, es folgten erste Stellvertretungen, dann feste Stellen in Oberriet (1991–1993) und Alt St. Johann (1993–1996), bevor er schliesslich bei uns landete – mit Herz, Humor und jeder Menge Geschichten im Gepäck.

Lieber Zubi, danke für all die Momente, in denen wir lachen, lernen und manchmal einfach nur staunen durften. Für deine Geduld, deinen Humor und deine ganz eigene Art, unsere Schule zu einem besonderen Ort zu machen. Wir wünschen dir von Herzen alles Gute für deinen nächsten Lebensabschnitt – möge er genauso bunt, frei und voller Geschichten sein wie deine Zeit mit uns. Und falls du mal zu spät kommst: Jetzt darfst du das ganz offiziell.

Alles Gute zur Pensionierung – und vergiss dein Geodreieck nicht!

 

Gerda Weder

Im Sommer 1986 begann Gerda Weder ihre Lehrtätigkeit an der Sekundarschule St. Margrethen. Später unterrichtete sie in Diepoldsau, legte eine Mutterschaftspause ein – und war ab 2003 als Lehrperson an unserer Schule, der Oberstufe Rebstein-Marbach, tätig. Zunächst unterrichtete sie während sechs Jahren als Fachlehrerin mit einem Teilpensum, ab 2009 dann als Klassenlehrerin auf der Realstufe und ab 2017 als Sekundarlehrerin. Über all die Jahre prägte sie das Schulhausleben entscheidend mit.

Gerda Weder unterrichtete mit viel Engagement hauptsächlich sprachliche Fächer: Deutsch, Französisch und Englisch. Ihr Herz schlug für eine fundierte Allgemeinbildung – und für Werte, die über das Fachliche hinausgehen. Mit ihrer klaren Haltung, ihrer hohen Professionalität und ihrem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn war sie für viele Jugendliche eine wichtige Bezugsperson. Ihre Lektionen waren stets gut vorbereitet und klar strukturiert – eine Qualität, die von Schülerinnen und Schülern ebenso geschätzt wurde wie von Kolleginnen und Kollegen.

Doch ihr Engagement reichte weit über den Unterricht hinaus. Gerda Weder begleitete ihre Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg – sei es im Schulalltag, bei der Berufswahl oder bei wichtigen Weichenstellungen der Schullaufbahn. Sie hörte zu, stellte die richtigen Fragen, bot Orientierung – und nahm sich Zeit. Immer mit dem Ziel, die jungen Menschen individuell zu stärken und in ihrer Entwicklung zu unterstützen.

Dieses Verantwortungsgefühl prägte auch ihr Engagement ausserhalb der Schule. Der Dienst an der Gesellschaft war ihr stets ein persönliches Anliegen – sei es durch ihr Wirken im Gemeinderat während zweier Amtsdauern oder durch ihren Einsatz im Turnverein, wo sie heute im Vorstand den Bereich Jugend verantwortet. 

Auch im Team war Gerda eine tragende Stütze. Über viele Jahre engagierte sie sich in der Arbeitsgruppe, die unsere geselligen Anlässe organisierte. Lange Zeit war sie auch im Redaktionsteam der OSReMa-News tätig. Als Praktikumsleiterin begleitete sie zahlreiche angehende Lehrpersonen der PH St. Gallen. 

Besonders bemerkenswert war ihre Haltung gegenüber Neuem: Während andere im Umgang mit digitalen Medien noch zögerten, meinte sie ganz selbstverständlich: «Ich probier’s aus!» Mit einer grossen Portion Lernfreude, Geduld und Selbstironie stellte sie sich allen Herausforderungen – und war damit für uns alle ein Vorbild. 

Nun verlässt uns Gerda Weder nach insgesamt 29 Jahren Lehrtätigkeit und geht in den wohlverdienten Ruhestand – wobei das Wort «Ruhestand» fast nicht zu ihr passen mag. Zu aktiv, zu lebendig, zu interessiert ist sie – und wird es ganz bestimmt auch bleiben. 

Liebe Gerda, wir danken dir von Herzen für alles, was du gegeben hast. Für deinen Einsatz, deine Haltung und dein Herzblut, für deine Energie, deinen Charme und deine Neugierde. Wir wünschen dir viele erfüllte, entspannte und bewegte Tage – ganz ohne Stundenplan, aber mit ganz viel Leben.