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Peer Review attestiert hohe Schulqualität - November 04

Als eine von drei Schulen im Kanton St.Gallen konnte die Oberstufe Rebstein-Marbach kürzlich eine sogenannte Peer Review durchführen. Eine solche dient der Beurteilung vielfältiger Kriterien in den Abläufen einer Schule und trägt somit zur Qualitätssicherung bei.
Die Oberstufe Rebstein-Marbach wurde neben zwei anderen Schulen im Kanton St.Gallen für die Durchführung einer Peer Review ausgewählt. In einer Peer Review wird eine Schule nach verschiedenen Gesichtspunkten von aussenstehenden Fachleuten im Bereich Schule beurteilt. Grundlage sind schrift-liche Dokumentationen, Unterrichtsbesuche sowie Befragungen möglichst vieler an der Schule beteiligter Personengruppen. Die Ergebnisse sollen die Schulqualität der Oberstufe Rebstein-Marbach weiter för-dern.

Im Rahmen des Schulleitungs-Zertifizierungs-Kurses des Kantons St.Gallen wurden bereits anfangs Jahr drei Schulen für die Durchführung einer Peer Review gesucht. Die Schulleiterin der Oberstufe Rebstein-Marbach, Annette Brogle, meldete nach Absprachen im Lehrerteam und mit den Behörden ihr Interesse an. Nach einer Informationsveranstaltung im Frühling wurden die drei Schulen definitiv ausgewählt.

Stärken- /Schwächen-Analyse und Portfolio
An einer schulinternen Fortbildung Ende der Sommerferien musste vom Lehrerteam ein Stärken/-Schwächen -Profil nach einem festgelegten Verfahren erstellt werden. Diese Selbstevaluation war integrierender Bestandteil des Portfolios, welches die Schulleiterin in aufwändiger Arbeit erstellte. In diesem Portfolio wird die Schule mit ihren Rahmenbedingungen und Strukturen vorgestellt. Auf Grund der Stärken-/Schwächen-Analyse wählte die Schulleiterin aus sechs vorgegebenen Bereichen (pädagogische Schwerpunkte, Zusammenarbeit nach aussen, Zusammenarbeit nach innen, geleitete Schule, Rahmenbedingungen und Klima, entwicklungsorientierte Evaluation) je einen Schwerpunkt , analysierte diesen und nahm dazu Stellung . Ergänzt wurde das Portfolio durch Dokumentationen wie Funktionen-diagramm, Pflichtenhefte, Leitbild, Wegleitung, Ausgestaltung der Teamarbeit, Unterlagen zu Mitarbei-tergesprächen, über die Integrative Schulungsform mit individuellen Lernzielen, über den Schülerrat und anderes mehr. Dieses Portfolio wurde dem Peer-Team für die weitere Arbeit zur Verfügung gestellt.

Das Peer-Team bestand aus sieben Schulleitern, die im Kanton tätig sind, und dem Leiter der Peer Review, Erwin Ganz, Co-Leiter der Intensivweiterbildung des Kantons St.Gallen. Drei Tage Vorbereitung sowie Durchführung der Peer Review sind verpflichtender Bestandteil der Schulleitungs-Zertifizierungs-Ausbildung. Dies ist auch der Grund dafür, weshalb das Angebot einer Peer Review von den beteiligten Schulen kostenlos genutzt werden kann. Müsste eine Analyse in diesem Rahmen von einer externen Schulberatung geleistet werden, so würden die Kosten auf weit über 10'000.- Fr. zu stehen kommen.

Ablauf der Peer Review
Die Peers studierten und analysierten das Portfolio. Die daraus resultierenden Ergebnisse wurden an einem Vorbereitungshalbtag in der Schule zusammengetragen. Ebenfalls wurden die Interviews für die verschiedenen Befragergruppen vorbereitet sowie die Kriterien für den Unterrichtsbesuch festgelegt.
Für die Elternbefragung, die am gleichen Abend stattfand, wurden sämtliche Eltern der Oberstufenschüler angeschrieben. Rund 60 interessierte Eltern, die in vier Gruppen zu den verschiedenen Schwerpunkten befragt wurden, meldeten sich.
Am Besuchstag eine Woche später führte das Peer-Team die Unterrichtsbesuche und die Interviews mit Schülern, Behörden, Schulsekretariat, Hauswarten, Lehrmeistern, Lehrerteam und Schulleitung durch. Die Ergebnisse der Beobachtungen und Befragungen wurden im Anschluss zusammengefasst, über die verschiedenen Gruppen verglichen und ausgewertet.

Rückmeldeveranstaltung
Das Peer-Team verfasste zu jedem Schwerpunkt eine Kernaussage und einen Entwicklungshinweis. Die Kernaussagen wurden mit verschiedenen Verweisen auf die Befragergruppen oder Beobachtungen begründet. Die Entwicklungshinweise sollen für die Schule eine Hilfe zur weiteren Qualitätsentwicklung sein. Sämtliche Ergebnisse wurden dem Lehrerteam und den Behörden an einer halbtägigen Rück-meldeveranstaltung von den Peers vorgestellt.
In Gruppen wurden die Ergebnisse diskutiert, offene Fragen geklärt und Arbeitsschwerpunkte für die Zukunft festgelegt. Sämtliche Unterlagen wurden an die Schulleiterin abgegeben. Es werden keine Berichte für Behörden oder amtliche Stellen des Kantons verfasst. Die Ergebnisse werden einzig der Schule als Arbeitsinstrumente zur Verfügung gestellt. Jede Schule entscheidet für sich selber, wo in Zukunft Schwerpunkte und Prioritäten gesetzt werden sollen.

Gute Noten für die Oberstufe
Insgesamt darf sich die Oberstufe Rebstein-Marbach über die überaus positiven Ergebnisse freuen. Der Schulgemeinde wird eine überdurchschnittlich hohe Schulqualität attestiert. Vor allem im Bereich der Zu-sammenarbeit im Team, mit der Behörde, mit dem Schulklima allgemein und der geleiteten Schule ist bereits ein hoher Standard erreicht. Durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit und den Einsatz von Evalu-ationsinstrumenten werden Optimierungsmöglichkeiten vorgeschlagen. Es liegt nun an der Oberstufe Rebstein-Marbach selber, ihre Stärken zu pflegen und an den Schwächen zu arbeiten oder diese zu eliminieren.

Im Kanton St.Gallen ist vorgesehen, ab ca. 2007 /2008 eine Fremdevaluation zur Förderung und Verbesserung der Schulqualtität periodisch in jeder Schule durchzuführen. Eine solche Fremdevaluation könnte mit ähnlichen Elementen aufgebaut sein, wie sie nun die Oberstufe Rebstein-Marbach mit der Peer Review erlebt hat.
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